
Wissen
Nachfolgeregelung
Wann ist dafür der beste Zeitpunkt und was ist das beste Vorgehen?
Februar 2023
René K. Voser
Früher oder später steht das Thema Nachfolgeregelung im Raum – und jeder geht anders mit dieser Situation um. Manche Unternehmer gehen es proaktiv und frühzeitig an, während andere es als unangenehmes Übel empfinden und auf die lange Bank schieben.
Familieninterne Nachfolge
Externe Nachfolge
Zwei Arten der Nachfolgeregelung
Doch warum fallen die Reaktionen so unterschiedlich aus? Während die einen schon lange Pläne für eine Weltreise nach der Pensionierung schmieden, bedeutet Nachfolge für andere Abschied, vielleicht sogar das Ende der Arbeitstätigkeit und den Wechsel in einen neuen Lebensabschnitt, den sie sich nicht unbedingt herbeisehnen.
Doch egal aus welcher Optik das Thema betrachtet wird – es ist für alle Beteiligten (sowohl Familie, Partner als auch Mitarbeitende) wichtig, dass sich der Inhaber rechtzeitig damit auseinandersetzt. Warum? Wie auch im Privatleben (bspw. in Bezug auf Ehe-/Erbverträge, Patientenverfügung, Testament etc.) sollten wir in guten Zeiten vorsorgen, um im Ernstfall nicht überrascht bzw. überfordert zu werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass das Unternehmen erfolgreich weitergeführt werden kann.
Folgendes muss geklärt sein
Gibt es Kinder oder andere familieninterne Nachkömmlinge, die a) in der Lage sind und b) auch den Wunsch haben, in die Nachfolgeregelung einzutreten?
Oftmals ist dies der Startschuss für viele Diskussionen.
Beispiel
Der Patron wünscht sich, dass seine Tochter Andrea das Unternehmen übernimmt. Andrea ist jedoch weder interessiert noch hat sie den Background respektive die Erfahrung, um in Vaters Fussstapfen zu treten. Einer VR-Position wäre sie jedoch nicht generell abgeneigt. Ihre Schwester Sara hingegen ist aufgeschlossen und weist das benötigte Skill-Set auf – sie wird jedoch übersehen. Erfahrungsgemäss ist die familieninterne Nachfolge mit vielen Emotionen behaftet und es gilt verschiedenste Bedürfnisse, Visionen und Unsicherheiten unter einen Hut zu bringen.
Ein externer Berater kann hier nicht nur die rechtlichen Rahmenbedingungen abstecken, sondern aktiv und empathisch zwischen den Beteiligten vermitteln und als neutraler Betrachter die Interessen wahren.
Gibt es keine familieninterne Nachfolge, kommt der Verkaufsprozess in Gang. Hier gilt es, das Unternehmen so vorzubereiten (Prüfung von Organisation, Struktur, finanzielle Gegebenheiten etc.), dass es für potenzielle Käufer möglichst attraktiv ist.
Dies und eine entsprechende Unternehmensbewertung zu erstellen und dann gezielt mit passenden Interessenten zu sprechen, ist die Kernkompetenz und die Aufgabe eines Beraters. Er gewährleistet die professionelle Aufbereitung des Unternehmens und die entsprechende Herangehensweise im Verkaufsprozess.
Empathie und Sensibilität für Mensch und Kultur ist zwingend und garantiert ein enges Vertrauensverhältnis zum Inhaber bei diesem sehr wichtigen persönlichen und unternehmerischen Schritt in die Zukunft.
Fazit
Es gibt nicht den einen richtigen Zeitpunkt oder die einzig richtige Art und Weise. Jeder Fall ist persönlich zu betrachten und die verschiedenen Stakeholder einzubeziehen. Dennoch gilt es, das Thema so früh wie möglich auf den Tisch zu bringen und alle Beteiligten sowie den Fortbestand des Unternehmens abzusichern.
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René K. Voser
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